Tagesgeld oder Festgeld: was nach Steuern wirklich bleibt
Die Steuer ist bei beiden gleich. Entscheidend sind Zugriff auf das Geld, Zinsbindung und ob Ihr Freibetrag richtig eingesetzt ist.
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Kurz gesagt
Tagesgeld ist flexibel, der Zins kann sich aber jederzeit ändern. Festgeld sichert den Zins, dafür ist das Geld gebunden. Steuerlich werden beide gleich behandelt. Wer seinen Sparerpauschbetrag nicht per Freistellungsauftrag nutzt, verschenkt zunächst Geld, ganz gleich, welches Produkt er wählt.
Die Unterschiede
Zugriff auf das Geld
Beim Tagesgeld kommen Sie in der Regel täglich an Ihr Geld. Beim Festgeld ist es für die vereinbarte Laufzeit gebunden. Ob und zu welchen Kosten eine vorzeitige Kündigung möglich ist, regelt die jeweilige Bank.
Zins
Der Tagesgeldzins ist variabel, die Bank kann ihn ändern. Das gilt auch für Lockangebote nach Ablauf der Aktionszeit. Beim Festgeld steht der Zins für die gesamte Laufzeit fest.
Sicherheit
Beide sind gleich abgesichert: Die gesetzliche Einlagensicherung in der EU schützt bis 100.000 € pro Person und Bank.
Steuern: gleiche Regeln für beide
Auf Zinsen fallen 25 % Abgeltungsteuer an, dazu 5,5 % Solidaritätszuschlag auf diese Steuer. Das ergibt 26,375 %. Für Kirchenmitglieder kommt Kirchensteuer hinzu.
Nettozins = (Zinsen − Freibetrag) × (1 − 26,375 %) + Freibetrag
Bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 € (bei zusammen veranlagten Paaren 2.000 €) bleiben Kapitalerträge steuerfrei. Bei einer deutschen Bank wirkt das automatisch nur mit einem Freistellungsauftrag. Fehlt er, behält die Bank die Steuer zunächst ein.
Rechenbeispiel
Ein Jahr, 2,5 % Zinsen, alleinstehend, Freibetrag vollständig genutzt und nicht anderweitig verbraucht.
Der Zinssatz ist ein Beispiel und kein Angebot.
Rechnen Sie mit Ihren Zahlen
Ändern Sie einen Wert, und das Ergebnis passt sich sofort an. Es wird nichts gespeichert.
Vereinfacht: ein Jahr, Sparerpauschbetrag von 1.000 € vollständig verfügbar, ohne Kirchensteuer. Die voreingestellten Zinsen sind Beispiele.
Banken im Ausland
Viele hohe Zinsen kommen von Banken aus dem EU-Ausland. Dort führt die Bank die deutsche Steuer oft nicht automatisch ab, und ein Freistellungsauftrag greift nicht. Die Zinsen gehören dann in die Steuererklärung (Anlage KAP). Je nach Land kann zusätzlich Quellensteuer anfallen. Prüfen Sie auch, welches Sicherungssystem gilt, bevor Sie eine größere Summe anlegen.
Was passt zu Ihnen
Tagesgeld passt, wenn:
- das Geld Ihr Notgroschen ist oder bald gebraucht werden könnte;
- Sie bereit sind, Zinsen regelmäßig zu vergleichen.
Festgeld passt, wenn:
- Sie das Geld für die Laufzeit sicher nicht brauchen;
- Sie einen planbaren Zins bevorzugen.
Beides schließt sich nicht aus: Viele halten die Reserve auf dem Tagesgeldkonto und legen den Rest als Festgeld an.
Rechnen Sie mit Ihren Zahlen
Betrag, Laufzeit und Zins eingeben: Der Rechner zeigt die Zinsen nach Steuern und den Einfluss der Inflation. Ohne Anmeldung. Den Freibetrag berücksichtigt er nicht.
Quellen
Dieser Inhalt dient der Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Prüfen Sie vor einer Entscheidung die aktuellen Bedingungen.