Kupontermine bei Anleihen: wann Zinsen kommen und was nach Steuern bleibt
Eine Anleihe zahlt nicht laufend, sondern nach Plan: Bundesanleihen einmal im Jahr den Kupon und am Ende den Nennwert. So rechnen Sie jede Zahlung aus und behalten auch mehrere Anleihen im Blick.
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Kurz gesagt
Kupon = Nennwert × Kuponsatz ÷ Zahlungen pro Jahr. Bei 10 Anleihen zu je 1.000 € und 2,5 % Kupon sind das 250 € einmal im Jahr, nach Abgeltungsteuer und Soli 184,06 €. Am Ende kommen 10.000 € Nennwert zurück. Die Zinsen landen auf dem Verrechnungskonto und werden nicht automatisch wieder angelegt.
So wird der Kupon berechnet
Der Kuponsatz steht in den Anleihebedingungen und bezieht sich auf den Nennwert, nicht auf den Kaufkurs. Bundesanleihen zahlen ihn einmal im Jahr am Kupontermin; andere Anleihen zahlen auch halb- oder vierteljährlich.
Kupon je Anleihe = 1.000 € × 2,5 % ÷ 1 = 25 €
Die Depotbank behält 25 % Abgeltungsteuer und 5,5 % Soli auf diese Steuer ein, für Kirchenmitglieder auch Kirchensteuer. Mit einem Freistellungsauftrag bleiben Kapitalerträge bis zum Sparerpauschbetrag steuerfrei.
Am Fälligkeitstag kommen der letzte Kupon und der Nennwert zusammen. Danach ist die Anleihe getilgt, und das Geld muss neu angelegt werden, wenn es weiter arbeiten soll.
Beispiel: 10 Bundesanleihen für knapp drei Jahre
Gekauft am 02.11.2026, fällig am 15.08.2029, Kupon 2,5 % jährlich. Über die Laufzeit kommen 750 € Kupons, davon 197,82 € Steuer, wenn der Sparerpauschbetrag schon ausgeschöpft ist, dazu 10.000 € Nennwert.
Der Balken zeigt die bis zu diesem Termin erhaltenen Kupons, der orange Teil die einbehaltene Steuer. Der Nennwert kommt am letzten Termin zurück und ist nicht eingezeichnet, damit er die Kupons nicht überdeckt. Berechnet wie in einem Anleihe-Konto in Monsave: vom Fälligkeitstag zurück in Jahresschritten. Steuer ohne Freibetrag und ohne Kirchensteuer.
Stückzinsen: warum der erste Kupon nicht ganz Ihr Ertrag ist
Im Beispiel kommt der erste Kupon 286 Tage nach dem Kauf. Den Kupon erhält, wer die Anleihe am Termin hält, doch der Verkäufer hat seinen Anteil seit dem letzten Termin schon verdient. Deshalb zahlen Sie beim Kauf über die Börse zusätzlich zum Kurs die Stückzinsen.
Stückzinsen ≈ Kupon × Tage seit dem letzten Kupontermin ÷ Tage im Kuponzeitraum
Gezahlte Stückzinsen gelten steuerlich als negative Kapitalerträge und werden mit späteren Zinsen verrechnet. Für den Vergleich zählt die Rendite bis zur Fälligkeit, die Ihr Broker anzeigt, nicht die Höhe des nächsten Kupons.
Rechnen Sie mit Ihren Zahlen
Ändern Sie einen Wert, und das Ergebnis passt sich sofort an. Es wird nichts gespeichert.
Kupon und Inflation sind Beispielwerte, tragen Sie Ihre eigenen ein. Die Steuer ist ohne Sparerpauschbetrag gerechnet, die Wiederanlage der Kupons nicht berücksichtigt.
Eigenen Zahlungsplan erstellen
- Notieren Sie für jede Anleihe ISIN, Stückzahl beziehungsweise Nennwert, Kuponsatz, Kupontermin und Fälligkeit. Alles steht im Depot und in den Anleihebedingungen.
- Rechnen Sie einen Kupon mit der Formel oben aus und ziehen Sie die Steuer ab, sobald Ihr Sparerpauschbetrag aufgebraucht ist.
- Setzen Sie die Termine: vom Fälligkeitstag zurück im Kuponrhythmus. Prüfen Sie die genauen Termine in den Bedingungen.
- Tragen Sie alle Anleihen nach Datum in eine Tabelle ein. So sehen Sie Monate mit mehreren Zahlungen und Monate ohne.
- Legen Sie vorab fest, wofür jede Zahlung gedacht ist: Wiederanlage, eine geplante Ausgabe oder die Reserve.
Kupons werden nicht von selbst wieder angelegt. Liegt das Geld ein, zwei Monate unverzinst auf dem Verrechnungskonto, ist die echte Rendite niedriger als gerechnet, besonders bei mehreren Anleihen mit verschiedenen Terminen.
Zahlungsplan und Erinnerungen in Monsave
Legen Sie ein Konto vom Typ „Anleihe“ an und tragen Sie Stückzahl, Kuponsatz, Zahlungsrhythmus und Fälligkeit ein. Monsave erstellt den Zahlungsplan nach derselben Regel wie im Beispiel.
Am Tag jedes Kupons kommt eine Erinnerung, zur Rückzahlung zusätzlich 3 Tage vorher. Die Zahlung können Sie gleich in Ihre Übersicht übernehmen, und in den Kontodetails sehen Sie, was schon eingegangen ist und was noch kommt.
Bei mehreren Anleihen zeigt die Kontenübersicht unter der Gruppe der Anleihen die nächste Zahlung, eine eigene Tabelle brauchen Sie dann nicht.
Tragen Sie Ihre Anleihen ein, die Erinnerungen kommen von selbst
Kostenlos. Der Zahlungsplan entsteht aus Kuponsatz, Rhythmus und Fälligkeit.
Quellen
Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Bedingungen und Steuerregeln können sich ändern: Prüfen Sie vor einer Entscheidung die Anleihebedingungen und Ihre persönliche Steuersituation.